1411 Radstellplätze Hr. Ricke ( Nov 2014 )

Ein Plädoyer für das Fahrrad

Der Arbeitskreis-Verkehr der Lokalen Agenda21 Vaterstetten will mit seiner Arbeit das Fahrrad als bevorzugtes Verkehrsmittel in unserer Gemeinde nicht nur fördern sondern vor allem auch zur Nutzung empfehlen. Wir haben ein ordentliches Radwegenetz, Innerorts und im Umland. Zufrieden sind wir noch nicht, da es noch einige gravierende Schwachstellen gibt: nicht nur bei den Wegen sondern wesentlich mehr bei vorhandenen und noch einzurichtenden Stellplätzen. Bestes Beispiel: Unsere beiden S-Bahnhöfe, bei vielen lokalen Geschäften und vor oder in Privathäusern. Es gibt gesetzliche Regeln für die Bereitstellung von Parkfläche für Autos. Fahrradstellplätze aber sind offensichtlich absolute Nebensache.

Nun kann man auch hier gleich entsprechende Regelungen einfordern, eine Stellverordnung z.B., aber zunächst sollte versucht werden, gemeinsam mit Verwaltung, Bürgern und Interessengemeinschaften diese wichtige Frage endlich anzupacken.

Seitens unserer Gemeinde mangelt es allerdings immer noch an einem bewussten Bekenntnis zur „Radlerregion Vaterstetten“. Es wird hier und da ein wenig „herumgetupft“, Schilder aufgestellt oder Radwege ausgewiesen. Es fehlt aber ein überzeugendes Konzept, fortschrittsbezogene Aktivitäten und natürlich auch am notwendigen Geld.. Der AK-Verkehr hat versucht und versucht immer wieder, diesen offensichtlichen Fehlentwicklungen gegenzusteuern. Aber es ist wie das Bohren dicker Bretter!

Dabei wächst in vielen Regionen angesichts der allgemeinen Verkehrsentwicklung, besonders in größeren Städten, die Bereitschaft für die Förderung und Attraktivität des Fahrradfahrens. So sind zum Beispiel in NRW durch gezielte Förderung des Landes inzwischen 54 Fahrradstationen in Betrieb. Man hat dort erkannt, daß diese Stationen die entscheidende Schnittstelle für die umweltfreundliche Mobilitätskette Fahrrad – Bus – Bahn sind.
Technisch gibt es beim Verkehrsmittel Fahrrad eine aufregende Entwicklung: Das E-Bike, Räder für gehbehinderte Menschen, Räder mit Hänger für Lasten und Kinder, Räder werden schneller, manchmal auch technisch anspruchsvoll und damit teurer in der Anschaffung. Das alles braucht Platz zum fahren und parken und folglich auch mehr und größere Parkmöglichkeiten. Vor allem aber steigt der Wunsch nach sicherem Parken. Diese Erkenntnis haben viele Gemeinden schon umgesetzt und damit auch den Autoverkehr im Gemeindegebiet entlastet.
Was also ist zu tun? Gemeindeverwaltung, engagierte Bürger und Interessengemeinschaften, z.B. der AK-Verkehr, sollten zusammen ein Mittelfristkonzept entwickeln: Was ist gesetzlich zu beachten, welche Möglichkeiten, welche Förderung gibt es, aus welchen Beispielen kann man lernen? Was kann Privatinitiative leisten, wer und wie engagiert man sich?


In Vaterstetten müsste unser Parkhaus am Bahnhof in die Planung für mehr Radlstellplätze einbezogen werden, , möglicherweise auch gegen eine geringe Nutzergebühr. Der AK-Verkehr hat dazu eine entsprechende Studie in Arbeit, deren Ergebnisse unter differenzierten Bedingungen eine positive Rechnung ergeben.

Der Kiosk-Abriss am Bahnhof Baldham eröffnet unseren Bürgern eine weitere Möglichkeit zur Schaffung von Sitz- und Parkflächen. Durch eine überzeugende und attraktive Vorplatzgestaltung könnten ein Radlcenter mit Service, Toiletten, und Ausleihmöglichkeiten für Räder, Aufladestationen für E-Bikes und sichere Plätze gegen Gebühr entstehen. Das entspricht dem neuen Bahnkonzept für Ausleihe am Bahnhof. Dazu gibt es inzwischen auch in Bayern am Augsburger Bahnhof ein sehr modernes und empfehlenswertes Beispiel: Eine Radstation mit Parkhaus, Werkstatt, Verkauf und überwachtem Parken, 24 Stunden.

Diese Überlegungen sollen anregen für eine Radlzukunft, ein Radangebot für Gemeindebürger, für Touristen, für alle, die mal schnell ein Rad benötigen oder auch einen guten Service suchen. Das ist keine Frage von heute oder morgen, sondern es ist eine Frage der Überzeugung und sollte endlich angepackt werden. Nicht nur wegen der allgemeinen Verkehrsentwicklung, bei der das Rad eine wesentliche Rolle spielt. Weiterer Druck entsteht durch die wachsenden Gewerbe- und Wohngebiete, die alle auch für den Fahrradverkehr erschlossen und attraktiv werden müssen.

Die Bürger unserer Gemeinde sollten von Anfang an dabei sein, mitmachen und ihre Meinung sagen können. Mit dieser offenen und öffentlichen Diskussion sollen Anregungen aufgenommen und Vorschläge erarbeitet werden, die auf eine Online-Plattform gestellt werden können.

Wenn sie Interesse haben, engagieren sie sich aktiv in diesem Umfeld oder besuchen sie die Gesprächsrunden im AK-Verkehr. Jeden dritten Montag im Monat. Das nächste Mal bereits am 15. Dezember im Wasserverband in der Brunnenstraße.

Schreiben Sie uns Ihren Kommentar.

Udo Ricke. Nov. 2014