Jahresbericht 2000

Die Arbeit der Lokalen Agenda 21 (LA 21) in Vaterstetten im Jahr 2000 war geprägt von dem Bemühen, Projekte aus dem bereits 1999 verabschiedeten Aktionsprogramm umzusetzen, Strukturen für die Agenda-Arbeit zu entwickeln und Bürgerbeteiligung bei gemeindlichen Vorhaben zu fördern.
Hier der Status des Agenda-Prozesses und eine zusammenfassende Darstellung unserer wichtigsten Gemeinschaftsprojekte, die arbeitskreis-übergreifend behandelt wurden.

Die LA 21 in Vaterstetten besteht aus 5 Arbeitskreisen:

Arbeitskreis "Natur und Landschaft", Sprecher Dr. H.-P. Uenze

Arbeitskreis "Siedlung und Verkehr", Sprecher W. Kath, Dr. C. Ortner

Arbeitskreis "Energie", Sprecher P. Fleckner

Arbeitskreis "Wirtschaft", Sprecher Dr. B. Nill

Arbeitskreis "Bildung, Gesellschaft und Kommunikation" Sprecherin U. Schneider-Maxon

Gegenüber der Gründung in 1997 haben sich in der Thematik der Arbeitskreise Veränderungen ergeben: der Arbeitskreis "Abfallwirtschaft" wurde eingestellt, da die Gemeinde vorbildliche Abfallwirtschaft betreibt und keine Bürger und Bürgerinnen den Arbeitskreis belebten. Der Arbeitskreis "Bildung, und Kommunikation" hat gesellschaftlich-soziale Komponenten in seine Thematik aufgenommen und seinen Namen in "Bildung, Gesellschaft und Kommunikation" geändert. Ein neuer Arbeitskreis "Wirtschaft" wurde gegründet, der ein Kooperationsprojekt für ökologisch effizientes Wirtschaften mit Nachbargemeinden aufbaut. Die Arbeitskreise "Siedlung und Verkehr" , "Energie" und "Natur und Landschaft" bestehen wie bisher.
Weitere Informationen zu den Themen der Arbeitskreise, zu Veranstaltungen und Aktivitäten der LA 21 finden Sie im Internet unter dem Stichwort "Gemeinde" und "Agenda 21":
http://www.vaterstetten.de und auf unserem Informations-Faltblatt.

Alle Arbeitskreise koordinieren ihre Arbeit über das Agenda-Forum, das einmal im Monat tagt.

Runder Tisch

Im Frühjahr wurden die Ergebnisse des Workshops "Zukunftslabor" im Umwelt- und Entwicklungsausschuss des Gemeinderats vorgestellt. Ein Kernpunkt war dabei, wie auch schon im Aktionsplan anklang, die Bürgerbeteiligung generell zu fördern, und z.B. die Einrichtung eines Runden Tisches in der Gemeinde voran zu bringen.

Im April war es dann soweit: in der Initialveranstaltung des Runden Tisches wurde über Organisation und Arbeitsweise gesprochen und auch gleich das erste Thema, die "Umfrage zum Bürgersaal" festgelegt.

Umfrage zum Bürgersaal/Bürgerhaus

In weiteren Sitzungen des Runden Tisches wurde unter Beteiligung von interessierten Bürgern und Vertretern von Parteien der Fragebogen zum Thema "Ein Bürgersaal/ Bürgerhaus für die Gemeinde ?" ausgearbeitet, der mit der Mai-Ausgabe des Lebendigen Vaterstetten an alle Haushalte verteilt wurde. Der Rücklauf betrug etwas mehr als 8 %, das sind etwa 650 Fragebögen - zusammen mit den insgesamt etwa 1250 Kommentaren und Anregungen ist das ein sehr gutes Ergebnis!

In vielen Stunden wurden die Fragebögen von den Agenda-Mitgliedern gewissenhaft ausgewertet. In weiteren Veranstaltungen des "Runden Tisches" im Juli haben wir das Ergebnis der Umfrage vorgestellt und diskutiert. Daraus wurden folgende Empfehlungen für das Projekt Bürgersaal/Bürgerhaus entwickelt und dem Gemeinderat im Umwelt- und Entwicklungssausschuss vorgestellt:

Der Bürgersaal/das Bürgerhaus wird gewünscht. Der Saal soll groß und auch teilbar sein. Ein entsprechendes Nutzungskonzept muss erarbeitet und durch ein "Kulturmanagement" der Gemeinde getragen werden.

Als Standort wird der Marktplatz im Ortszentrum Baldham empfohlen: die Lage ist verkehrsgünstig, zentral, attraktiv, vorhandene Infrastruktur kann genutzt werden und es gibt ein dicht besiedeltes Einzugsgebiet.

Mit dem Standort Baldham besteht die große Chance, städteplanerische Möglichkeiten umzusetzen, und damit eine gute architektonische und lebendige Gestaltung in der Ortskernbildung zu erreichen.

Durch geeignete Überplanung des Ortszentrums Baldham können Möglichkeiten zur Finanzmittelgewinnung geschaffen werden, die eine Realisierung des Bürgersaals erlauben.

Die Finanzierung und der Betrieb sollen durch die Gemeinde erfolgen. Die wirtschaftliche Situation wird durch Fachgremien überprüft. Die Erfahrungen anderer Gemeinden müssen hier einfließen. Kombination des Bürgersaals mit Hotel, Restaurant oder Café ist in jedem Fall wünschenswert.

 

Strategiegespräch zu Struktur und Arbeitsweise der Lokalen Agenda 21

Das Strategiegespräch zwischen Gemeindeverantwortlichen, Mitgliedern der LA 21 und interessierten Bürgern und Bürgerinnen sollte dazu beitragen, eine effizientere Mitgestaltung der LA 21 an einer nachhaltigen Gemeindeentwicklung zu erreichen.

Alle Anwesenden gaben ihre Meinung zum Agenda-Prozess in einem kurzen, persönlichen Statement ab. Folgende Aussagen zum Agenda-Prozess sollten enthalten sein: 1. Rolle der LA21 in der Gemeinde, 2. Umsetzung der Ziele der LA21, 3. Struktur der LA21. Aus den Kernaussagen wurde in der Diskussion folgende Maßnahmenliste zusammengestellt:

I. Maßnahmen seitens der Gemeinde:

Rederecht der Lokalen Agenda 21 im Umwelt- und Entwicklungsausschuss, zusätzlich zum allgemeinen Antragsrecht. Erhöhung der Sitzungsfrequenz dieses Ausschusses und Öffnung seines Themenbereichs für alle agenda-relevanten Themen.

Regelmäßige Information des Agenda-Forums über agenda-relevante Planungen, Projekte und Vorgänge der Gemeinde durch zu benennenden "Agenda-Beauftragte".

Ermöglichung von Direktkontakt zwischen Gemeindeverwaltungs-Ressorts und Lokaler Agenda durch Benennung von Ansprechpartnern in Ressorts.

Baldmöglichste Zurverfügungstellung eines eigenen Raums für Lokale Agenda 21.

Einladung einer Mediatorin zur neutralen Vermittlung zwischen Gemeinde und LA 21

II. Maßnahmen der Lokalen Agenda 21:

Verstärkte Kooperation mit und Integration von Gruppen und Akteuren mit agenda-verwandten Zielsetzungen.

Etablierung des Agenda-Forums als zentrales Koordinierungsorgan der Agenda. Regelmäßiger Tagungstermin des Forums ist ab 2001 jeder 21. eines Monats, 20.00 Uhr - ausgenommen sind Sonn- oder Feiertage.

Ausarbeitung und Verabschiedung einer Satzung für die Lokale Agenda 21 in Vaterstetten.

Ein Gemeinderatsbeschluss bezüglich des Antragsrechts von Agenda-Arbeitskreisen im Umwelt- und Entwicklungsausschusses wurde bereits gefasst.

Entwicklung einer Satzung bzw. eines Statuts für die Lokale Agenda 21

In zahlreichen Forums- und Arbeitskreissitzungen der LA 21 wurden im November und Dezember Statuten entwickelt, die Struktur und Arbeitsweise des Agenda-Prozesses, sowie Arbeitsformen und Abläufe festlegen.
Die Statuten werden Anfang 2001 in der Agenda-Hauptversammlung zum Beschluss vorgelegt.

Aus den Arbeitskreisen und über die Beteiligung der Lokalen Agenda 21 an weiteren Veranstaltungen gäbe es noch einiges zu berichten. Hier habe ich mich bewusst auf die Darstellung unserer wichtigsten, gemeinschaftlichen Projekte beschränkt.

Ein Wunsch

Um weiterhin erfolgreich Agenda-Arbeit betreiben zu können, brauchen wir dringend Mitglieder. Interessieren Sie sich für Ihre Gemeinde, für Entwicklungen unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit, für gesellschaftliche Komponenten - eben für Ihre Umwelt? Dann kontaktieren Sie die Sprecher, nehmen Sie teil an den Sitzungen der Arbeitskreise und erleben Sie eine neue Art von "Umweltpolitik".

U. Schneider-Maxon

Sprecherin der Lokalen Agenda 21

11. Dezember 2000

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